Sie kennen diese Situation: Ein schwieriges Projekt ist vorbei, viele Stolpersteine sind aus dem Weg geräumt, alle Beteiligten sind zufrieden mit dem Ergebnis – allen voran der Chef. Sie sind stolz auf ihr Team und feiern. Vielleicht vergessen Sie dabei, wer Ihnen bei dem Projekt eine große Hilfe war: Eine Gruppe an Freelancer*innen, die mit ihrem externen Blick auf die Situation viele Dinge erkannt haben. Außerdem haben Sie von ihrem IT-Wissen profitiert. Die Freiberufler*innen haben Ihnen das Tool vorgestellt, mit dem Ihr Unternehmen den Sprung ins digitale Zeitalter geschafft hat. Wird trotzdem nur mit den Festangestellten gefeiert? Klar, die Freelancer*innen haben von zu Hause aus gearbeitet und Sie haben sie bezahlt – aber endet Ihre Beziehung damit? Was können Sie tun, um den Kontakt nicht abbrechen zu lassen? 

Wie wichtig das „Offboarding“ in unserer schnelllebigen, digitalen Welt ist, wird nun im Detail erläutert. 

New Work Order heißt: Eine neue Arbeitswelt, in der jede*r zu seinen eigenen Bedingungen arbeiten kann. In Europa finden Sie heute sechs Millionen hochqualifizierte Freiberufler*innen als Teil dieser Revolution. Von denen arbeiten mehr als die Hälfte im digitalen Fachbereich, das besagt die Studie „Freelancing in Europe 2022“ von Malt und BCG. 

Drei Dinge sind wichtig, wenn Sie Freiberufler*innen eine gute Offboarding-Erfahrung bieten wollen, sodass sie später wieder mit Ihnen zusammenarbeiten wollen: Planen Sie Zeit für Feedback ein, erarbeiten Sie eine Strategie, um diese Personen zu halten, und bleiben Sie mit ihnen in Kontakt.

Zeit für Feedback

„Reviews sind mir wichtig. Ich möchte mich selbst und die Erfahrung für meine Auftraggeber ständig verbessern. Deshalb finde ich die Bewertungen auf Malt so hilfreich!“ (Cloélia Quillent-Elinguel, Ethical Content Writer).

Cloélia spricht es an: Feedback ist für eine dauerhafte Zusammenarbeit zentral – sowohl Ihr Feedback an die Freelancer als auch deren Feedback an Sie als Auftraggeber. Womöglich können Sie Dinge verbessern, um den Workflow für die Zukunft einfacher zu gestalten. Nehmen Sie sich die Zeit, die Freiberufler*innen, mit denen Sie zusammenarbeiten, regelmäßig anhand Ihrer erbrachten Leistung zu beurteilen. 

Dieses Handeln empfiehlt auch der Schweizer Blog „FreierMitarbeiter“. Diese Leistungsbeurteilung mit Freiberufler*innen zu teilen, wird ihre Arbeit effizienter machen, da sie danach wissen, was es zu verbessern gibt. Feedback muss aber nicht immer zeigen, was noch verbessert werden sollte, sondern kann auch überwiegend positiv sein – denn gute Leistungen anzuerkennen, das kann Freelancer*innen nachhaltig motivieren. 

Feedbackgespräche brauchen gründliche Vorbereitung. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  1. Wurden Ihre Erwartungen vom Freelancer*innen erfüllt und sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
  2. Wie hat der/die Freiberufler*in seine Arbeit erledigt: War er/sie proaktiv, hat er/sie sich bei Unklarheiten gemeldet, welche Soft Skills hat er/sie mitgebracht?
  3. Und fragen Sie den/die Freiberufler*in, ob die Aufgaben klar formuliert waren und die Kommunikation gut funktioniert hat.

„Unternehmen sind vom Mars, Freelancer von der Venus“, schreibt das Unternehmen Malt in seinem Leitfaden. Aber sind sie wirklich so unterschiedlich? Sicher ist, dass sich die beiden unterschiedlichen (Arbeits)-Weltanschauungen durch klare und wertschätzende Kommunikation näherkommen. Das schließt Feedbackgespräche ein. 

53% der Freiberufler*innen entscheiden sich aufgrund der Freude an der Arbeit für ein Projekt, schreibt Malt. Außerdem zählen Vertrauen und Freiraum zu den zentralen Aspekten einer gelingenden Zusammenarbeit, denn mehr als 90% aller Freelancer*innen haben sich für ihre Selbstständigkeit entschieden, um unabhängig zu sein, betont die Studie „Freelancing in Europe“.

Diese Dinge sollten in einem Briefing genannt werden, um Freiberufler*innen einen realistischen Eindruck der Arbeitskultur zu geben. Klar kommunizierte Ziele, präzise Erwartungen und ein strukturierter Zeitplan sind wichtig, schreibt auch Personio, Experte im Personalwesen. Außerdem sollte es eine feste Kontaktperson geben, an die sich Freiberufler*innen bei Fragen und Problemen wenden können.

Der Studie „Freelancing in Europe“ nach ist regelmäßige Kommunikation für 55% der Freiberufler*innen in Deutschland ein wichtiger Faktor für ein gutes Arbeitsverhältnis. Die Kommunikation von Unternehmenskultur und -werten, ein Briefing mit klaren Aufgaben und Zielen sowie gegenseitiges Feedback sind also das Grundgerüst Ihrer Zusammenarbeit mit Freiberufler*innen.

two people collaborating

Freelancer gewinnen und halten

„Für mich ist die Unternehmenskultur extrem wichtig. Die Werte der Projektmitarbeitenden, deren Fähigkeiten und Engagement für das Projekt, sowie Flexibilität und Teamarbeit, bestimmen in hohem Maße den persönlichen und beruflichen Erfolg“ (Virilo Tejedor Auilera, Senior Data Scientist, Freelancing in Europe, 2022, S.37).

Talente für sich zu gewinnen und sie zu halten ist im Zeitalter der Digitalisierung, des Fachkräftemangels und nach der Covid-19-Pandemie besonders schwierig. Millennials suchen nach neuen Aufgaben und Herausforderungen und nach sinnvoller Arbeit. Sie wollen für Unternehmen arbeiten, die zu ihren Werten passen und mit denen sie sich identifizieren können.

Für Freiberufler*innen gilt dasselbe: Sie suchen nach sinnvollen Zielen in jedem Projekt, und das schließt Nachhaltigkeit, Unternehmenswerte und soziale Verantwortung ein. Knapp 60% der europäischen Freiberufler*innen geben an, dass sie ein Projektangebot ablehnen würden, wenn der Auftraggeber nicht ihren Erwartungen im Bereich Vielfalt und Inklusion entspricht.

Welche Schlüsse können Sie daraus für Ihr Unternehmen ziehen? 

Machen Sie Ihren Arbeitsplatz attraktiv, sowohl für Festangestellte als auch für Freiberufler*innen! Ernennen Sie eine Person, die sich um soziales Engagement, Ihre Unternehmensvision und Ihre Werte kümmert – so schaffen Sie ein noch ansprechenderes Arbeitsumfeld.

In Kontakt bleiben

„Eine nachhaltige und faire Kundenbeziehung zwischen Unternehmen und Freelancer*innen ist eines unserer wichtigsten Anliegen. Nach diesem Grundsatz haben wir unseren Marktplatz gebaut“ (Dirk Henke, General Manager DACH @Malt, Malt LivreBlanc, 2022, S.3).

Genauso wie es für Unternehmen teuer und zeitaufwendig sein kann, neue Mitarbeiter*innen zu finden, einzustellen und zu halten, gilt dasselbe für die Arbeit mit Freelancer*innen, sagt der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Eurostat fand außerdem heraus, dass 58% der Unternehmen in der EU Schwierigkeiten haben, Wissensarbeiter*innen zu finden.

Warum sich das Leben schwer machen und bei jedem Projekt von vorn beginnen, wenn Sie über gute Kontaktpflege einen Pool an talentierten Freiberufler*innen aufbauen können? Es liegt im Interesse beider Parteien, dass das erste Projekt erfolgreich ist, man sich gegenseitig Feedback gibt und bei positiven Rückmeldungen in Kontakt bleibt. Von dieser Investition in die Zukunft profitieren alle Beteiligten, laut Malt.

Fazit

Für Freiberufler*innen gilt dasselbe wie für Festangestellte. Sie wünschen sich ein ansprechendes Arbeitsumfeld mit klarer Kommunikation und sinnstiftenden Projekten. Im Feedback zu verdeutlichen, was gut funktioniert hat und wo Verbesserung nötig ist, das hilft sowohl Ihnen als Auftraggeber als auch dem/der Freiberufler*in. Ihr Ziel sollte sein, mit engagierten Freelancern in Verbindung zu bleiben, um sie jederzeit wieder für ein Projekt kontaktieren zu können. Ein gelungenes Offboarding ist der Grundstein für eine positive Zusammenarbeit mit Freiberufler*innen – das sagt nicht nur Malt, sondern auch ElevateX, Experte im Bereich IT-Freelancing.

Wenn Sie sich weitere Tipps wünschen und wissen wollen, wie man die beiden Welten von Unternehmen (Mars) und Freiberufler*innen (Venus) als Win-Win für alle Beteiligten in Einklang bringen kann, dann laden Sie jetzt diesen Leitfaden von Malt herunter.